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Welche Materialien halten warm?

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Bildquelle: siepmannH /PIXELIO/pixelio.de

Die kalte Jahreszeit steht kurz bevor, in einige Teilen Deutschlands hat es sogar schon geschneit. Kurz: Es ist nass, kalt und ungemütlich.

Also was sollte man sich anziehen, um keine Erkältung zu riskieren?

DAUNEN

Daunen sind feine Federn (meist von gezüchteten Gänsen & Enten) in Decken, Kissen und Jacken. Die weichsten Flaumfedern stammen von der Eiderente.

Vorteile:
► Daunen wärmen und haben draußen (Jacke) und drinnen (Bettdecke) einen großen Kuschel-Faktor.
► Bei guter Pflege kann eine qualitativ hochwertige Jacke Jahrzehnte getragen werden.
► Daunenjacken lassen sich unkompliziert in der Waschmaschine waschen. Beim Trocknen zwei Tennisbälle mit in die Trommel geben, so werden die Federn wieder aufgeschüttelt und verkleben nicht.

Nachteile:
► Die Isolationsleistung sinkt bei nassen Daunen massiv.
► Tierschutzorganisationen weisen immer wieder auf das qualvolle Rupfen hin, das für die Gänse Stress und Schmerzen bedeute. Wenn man sich für ein Kleidungsstück mit Daunen entscheidet, sollte man sich nach der Herkunft und Haltung der Tiere erkundigen, und sein Kleidungsstück pfleglich behandeln, damit man viele Jahre etwas davon hat. Bei der Eiderente sammelt man ihre bereits verlorenen Federn aus den Nestern ein.
► Gute Daune hat ihren Preis!

KUNSTFASER

Füllmaterialien aus Kunstfaser werden aus Polyesterfasern gefertigt, die zumeist über einen Hohlraum verfügen. Um die Bauschkraft zu gewährleisten müssen die Polyesterfasern mit einer Silkonschicht ummantelt werden. Dabei gibt es massive Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Verfahren und somit der Isolationsleistung und Lebenserwartung der Kunstfaser.

Vorteile:
► Hält im Vergleich zur Daune auch im nassen Zustand warm und trocknet zugleich schneller.
► Kunsfaser ist günstiger, langlebig, ähnlich komprimierbar und atmungsaktiver als die Daune.

Nachteile:
► Kunstfaser hat eine schlechtere Isolationsleistung als hochwertige Daune.

TIERFELL

Ist die älteste Form der Kleidung, denn schon in der Steinzeit hat man sich mit dem Fell bedeckt und gewärmt. Heutzutage verbindet man mit der Herstellung von Kleidung mit und aus Fell und Pelz oft schreckliche Qualen, die die Tiere ertragen müssen.

Vorteile:
► Tierfell hält warm und bringt all die guten Eigenschaften mit, von denen Tiere in der Natur profitieren.
► Es ist unempfindlich gegen Staub, Dreck und Wasser und trocknet schnell.
► Tierfell kann bei guter Pflege aber ein Leben lang halten.
► Fell kommt im Winter nie aus der Mode.

Nachteile:
► Zwar trocknet Fell schnell, hinterlässt aber oft einen strengen Geruch.
► Je nachdem, welches Fell verwendet wird, sollte man sich über die Herstellung bewusst sein. Oft werden Tiere für die Gewinnung ihres Fells auf grausame Weise gequält und getötet. Um das zu umgehen, sollte man auf die Herkunft seines Fells achten. Zum Beispiel kann man Fell von bereits verendeten Schafen kaufen, was als moralisch vertretbar empfunden werden kann.

BAUMWOLLE

Die Baumwollpflanze wird heutzutage vor allem in China, Indien, Pakistan und in den USA gepflückt. Der bekannte weiße Wattebausch kommt zum Vorschein, nachdem der Samen in einer Kapsel gereift ist und diese platzt.

Vorteile:
► Baumwolle ist ein verhältnismäßig günstiger und nachwachsender Rohstoff und wird deshalb von der Industrie gerne genutzt.
► Kleidung aus Baumwolle ist gut verträglich, also auch für Allergiker geeignet.
► Das Material eignet sich vor allem für Freizeitkleidung.

Nachteile:
► Baumwollkleidung braucht sehr lange zum Trocknen und knittert stark.
► Oft wird Baumwolle mit vielen Chemikalien behandelt.
► Baumwolle wärmt nicht richtig.

WOLLE

Wolle speichert die Wärme im Körper und ist dabei auch noch atmungsaktiv. Weil sie ein Naturprodukt ist und meist vom lebenden Tier kommt, ist sie perfekt für den Winter. Die beste Wollqualität wird mit dem Siegel „Reine Schurwolle“ gekennzeichnet. Angaben wie „Reine Wolle“ oder „Wolle“ können auf schlechtere Wollqualität hinweisen.

Vorteile:
► Wolle ist ein Wärmespeicher und im Gegensatz zu synthetischen Fasern nimmt sie Gerüche (Schweiß, Fett, Rauch etc.) nicht so stark an.
► Sie nimmt Feuchtigkeit auf, ohne sich feucht anzufühlen.
► Sie knittert kaum, man muss sie nicht unbedingt bügeln.

Nachteile:
► Bei minderer Garnqualität kann es bei Reibung durch Jacken oder Taschen zu kleinen Knötchen und Fusseln kommen.
► Hochwertige Wollkleidung ist in der Pflege sehr teuer. Statt der Waschmaschine empfiehlt sich oft die Reinigung.

POLYESTER

Polyester sind Kunststoffe, aus denen neben Plastikflaschen und Verpackungen auch Textilien hergestellt werden.

Vorteile:
► Kleidung aus Polyester hält in Verbindung mit anderem Gewebe warm, und wird deshalb auch als Innenfutter in vielen Jacken, aber auch als Auskleidung für Schlafsäcke verwendet.
► Der Stoff ist günstig, pflegeleicht, knittert nicht und trocknet im Gegensatz zu Baumwolle schnell nach dem Waschen.

Nachteile:
► Die Herstellung von Kunststoffen ist nicht umweltfreundlich, da Erdöle verwendet werden.
► Man schwitzt stark in Polyester-Kleidung und -Bettwäsche.
► Polyester-Kleidung ist nicht atmungsaktiv. Die Folge: Es kann unangenehmer (Schweiß-)Geruch entstehen, sowie Hautirritationen.

FLEECE

Fleece-Stoff wird vor allem in der Funktionsbekleidung verwendet, da er warm hält und in Kombination mit Windbreaker oder Regenjacke vor allen Wetter-Widrigkeiten schützt. Es handelt sich um ein synthetisches Material, das aus Polyester, zum Beispiel aus recycelten Plastikflaschen, hergestellt wird.

Vorteile:
► Pullover, Jacken, Handschuhe, Mützen und Schals aus Fleece halten sehr warm.
► Das Material ist pflegeleicht, trocknet sehr schnell und knittert nicht.
► Fleece ist sehr weich und kratzt nicht auf der Haut.

Nachteile:
► Fleece ist ein synthetisches Material, das Geruch leicht annimmt, und in dem man schnell schwitzt.

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(c) Brittany Colette / Unsplash

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